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Bürgerfraktion 
Osterholz-Scharmbeck 
Wilfried Pallasch 
Albert-Schweitzer-Straße 24 
27711 Osterholz-Scharmbeck 

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Email: Bürgerfraktion OHZ


Ich heiße Willi Spatzig und erzähle Ihnen hier Kritisches vom politischen Tagesgeschehen.



Mein Schlaraffenland

Bäume sind wichtig, das weiß inzwischen doch jedes Kind. Wer will das besser wissen als ich, Bäume sind doch mein Zuhause. Toll, dass man in unserem Rathaus jetzt über die Baumschutzsatzung spricht. Viele neue Vorschläge habe ich da gesehen.

Mich hat man nicht gefragt. Aber die Verwaltungsfachleute hatten viel zu sagen. Sie waren gut vorbereitet und haben fast alle Vorschläge abqualifiziert. Nur, was in ihren Augen den Baumschutz verstärkt, bekommt einen grünen Haken.

Ich freue mich über jeden Baum. Ein Spatz kann aber auch damit leben, wenn mal ein Baum entfernt wird, damit beispielsweise die Leute noch in ihr Haus können.

Für mich ist wichtig, dass viel mehr Bäume als bisher angepflanzt werden. Damit tun sich die Profi- Baumschützer aber sehr schwer. In jedem Jahr werden auf städtischen Grundstücken unbemerkt Bäume entfernt, zum Beispiel auf Schulhöfen. Sofortige Neuanpflanzungen an selber Stelle - Fehlanzeige. Da hat die Bürgerfraktion schon mal nachgehakt. Aus der Antwort konnte man entnehmen: Man bemühe sich, es ist aber nicht so einfach wie man es sich vorstellt.

Aha, es ist alles nicht so einfach? Ich sehe, wie auf der einen Straßenseite um jeden Ast mit dem Eigentümer diskutiert wird und auf der anderen Straßenseite ganze Bäume verschwinden.

Aus meiner Sicht, ist heutzutage vieles anders geworden. Kinder pauken nicht mehr. Sie lernen wie man selbstständig lernt. Baumschutz mit Strafandrohung durchzusetzen ist einfach, Verständnis für Baumschutz zu entwickeln ist auch ein Lernprozess. Vielleicht braucht man eine andere Qualität im Umgang mit dem Thema.

Keine Satzung und kein Bebauungsplan konnte die alte Rotbuche bei der Menckeschule schützen. Es war die etwas andere Art des Umganges zwischen den Beteiligten. Verständnis wecken - Nutzen erkennen.

Oh, oh, da hab‘ ich mich aber wieder aufgeregt. Es sind nun mal nicht nur die alten Bäume, die mich erfreuen. Es sind die jungen Triebe, die mir den Alltag versüßen.

Nun flieg ich weiter. Immer auf der Suche nach etwas Neuem.

Euer Willi Spatzig



Nicht nur ändern; besser machen!

Hab ich mir ja schon lange vorgenommen, mal über Scharmbeck zu fliegen. Da soll sich Vieles ändern. Wenn ich genau hinschaue, es ist auch nötig. Wer kennt noch Mailand an der Kirchenstraße oder Schlachter Voigt "Hinter der Kirche".

Die Häuser stehen noch. Aber wirklich genutzt werden können sie kaum. Und zwischen den Häusern finde ich ein Ruinen-Grundstück. Genau an dieser Stelle will die Kirche ein neues Gebäude errichten. Viele Menschen sollen sich hier treffen. Auch das Mehrgenerationenhaus könnte hier einziehen. Mehr Lebendigkeit in der City.

Ich fliege über die Marktweide. Oh, was wurde da gefeiert. Viehmarkt, Flohmarkt, Festzelt. Alles vorbei? Bei mir kommt Wehmut auf. Aber ich verstehe. Es muss etwas geschehen. Kirchenstraße, Poststraße, was ist hier denn los. Will Niemand mehr Geld verdienen? Soviel Leerstand. Oder kann man hier kein Geld mehr verdienen? Keine Kunden? Mieten zu hoch?

Ich bin jetzt hinter der Poststraße gelandet. Sitze wie schon so oft auf der alten Blutbuche. Mitten in der Stadt. Eine kleine Oase. Viele Bäume mussten hier schon weichen. Die großen Kastanien vor der Menckeschule. Eine einzige ist geblieben. Und eben diese rote Buche. Was ich sehe ist "von Seggern" von hinten und einen vollgestellten Parkplatz. Es soll sich bald etwas ändern.

Vielleicht sitze ich hier zum letzten Mal. Denn wenn sich etwas ändert, sind die Bäume oft die Verlierer. Wäre schade fürs Klima, für die Menschen und für mich. Einmal noch pfeife ich das Lied: Mein Freund der Baum....

Nachdenklich fliege ich weiter.

Euer Willi Spatzig



Den "Knorren" runter

Oh, was sehe ich denn da? Wo Scharmbeck aufhört fängt Pennigbüttel jetzt schon an. Die Ortseingangsschilder wurden versetzt. So wollte die Bürgerfraktion es doch haben und hat versprochen sich zu kümmern. Aber, Leute aufgepasst! Auf der Stader Landstraße gilt jetzt durchgängig Tempo 50.

Vom Kreisel bis zum Bahnübergang darf man nun nicht mehr 70 fahren. Und die Radfahrer können jetzt legal den Fuß- und Radweg benutzen.

Da werden sich meine Freude in Pennigbüttel freuen. Aber Vorsicht: Bergauf in Richtung Scharmbeck müssen Radler nach wie vor auf der Straße fahren.

Von Oben betrachtet muss ich sagen, die Stadt ist wieder etwas radfahrerfreundlicher und sicherer geworden. Ich flieg jetzt mal bei denen von der Bürgerfraktion vorbei und sag: "Habt Ihr gut gemacht" und Dankeschön auch ans Rathaus.

Nun flieg ich weiter. Ich muss unbedingt mal über die Innenstadt fliegen, bevor man da nichts mehr wiederkennt.

Euer Willi Spatzig



Fahr' langsam und spare

Wenn ich so durch die Gegend fliege, bedaure ich oft die Autofahrer. Überall wird geblitzt. Ich bin ja nicht so schnell, aber die vielen Tempo-30-Strecken werden so manchem Fahrer zum Verhängnis. Ich kann das von hier oben gut sehen.

Hier ein Kindergarten, dort eine Schule oder gleich die ganze Siedlung. Wer da nicht aufpasst, bekommt eine Rechnung vom Landkreis.

Besonders erfolgreich waren die „Blitzer“ im letzten Jahr in der Kreisstadt. Nirgends wurden so viele Fahrzeuge erwischt, wie in der Tempo-30-Zone in der Buschhausener Straße. 36,6% der Messungen waren Treffer.

Manchmal kann ich sehen, was passiert. Da möchte ich die Fahrer warnen. Aber verpfeifen darf ich die Landkreiskollegen ja auch nicht. Da hilft nur: Langsam fahren. Aus Erfahrung kann ich nur sagen: Alles Gewohnheitssache.

Ich flieg weiter. Mal sehen, ob irgendwo noch jemand auf der Straße ist.

Euer Willi Spatzig



Ich bin enttäuscht

Da flieg ich durch die Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof. Bei der Kreissparkasse halte ich an. Ich traue meinen Augen nicht. Fast 20 Leute stehen dort vor dem Haupteingang. Alle schön mit Abstand. So wie man es jetzt zum Beispiel vom Bäcker kennt. Aber bei der Sparkasse?

Einem Mann ist schon schlecht geworden. Er lässt sich auf den Boden sinken. Jemand aus der Reihe kümmert sich, legt ihm eine Jacke unter und hebt seine Beine an.

Das Warten geht weiter. Draußen, vor der riesigen Schalterhalle.

Eigentlich ist die Sparkasse ja total geschlossen. Es ist Corona-Zeit. Aber immer donnerstags von 8.30 Uhr bis 10.00 Uhr ist ein Kassenschalter geöffnet. Für alle Kunden, die keine Pin-Nummer haben. Für alle Sparer. Ja es gibt sie noch. Die, die das Wort "Sparkasse" ernst nehmen. Wer also von seinem Spargeld etwas haben möchte, muss sich donnerstags vor der Sparkasse einreihen.

Einzeln werden die Kunden hereingerufen. Immer nur ein Kunde wird bedient. Warum kann man nicht wenigstens im Gebäude eine Gasse für die Wartenden bilden? Dann kann man sich vielleicht durch den Blick aufs Aquarium ablenken. Und ab und zu mal einen Stuhl hinstellen, wäre eine nette Geste.

Ich verstehe es nicht. Wie Bittsteller warten hier die Kunden unserer alten Kreissparkasse um von ihrem eigenen Geld etwas zu bekommen. An jeder Supermarktkasse wird man besser bedient. Und das von Personal, dass eher zu den Geringverdienern zählt. Auch dort ist Corona. Als Spatz aus Osterholz schäme ich mich für die Respektlosigkeit der Sparkassenmanager gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern.